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Erwerb und Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit

Artikel

Einer Ihrer Vorfahren war deutscher Staatsangehöriger und Sie fragen sich, ob Sie nicht eventuell auch die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen bzw. diese beantragen können? Diese Übersicht zeigt die Grundzüge des deutschen Staatsangehörigkeitsrechts auf. (ohne Anspruch auf Vollständigkeit)

Flagge der Bundesrepublik Deutschland
Flagge der Bundesrepublik Deutschland © Colourbox.com

Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit

Erwerb durch Abstammung

Seit dem 1.7.1998 erwirbt ein Kind die deutsche Staatsangehörigkeit durch Geburt, wenn mindestens ein Elternteil zu dieser Zeit Deutscher ist. Wenn lediglich der Vater des Kindes die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, ist für deren Erwerb durch das Kind eine wirksame Vaterschaftsanerkennung nach deutschem Recht erforderlich. Zu beachten ist, dass sich Regelungen zum Geburtserwerb der deutschen Staatsangehörigkeit seit 1914 ganze viermal geändert haben. Bei sog. „Altfällen“ versteht sich der Erwerb durch Abstammung von einem deutschen Elternteil daher nicht immer von selbst. Durch Geburt im Ausland erwirbt das Kind eines Deutschen jedoch ausnahmsweise dann nicht die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn dieser deutsche leibliche Elternteil selbst am 1. Januar 2000 oder später im Ausland geboren wurde, weiterhin dort lebt und das Kind ohne die deutsche Staatsangehörigkeit nicht staatenlos wäre, also die Staatsangehörigkeit eines andern Staates besitzt. Der dadurch bedingte Nichterwerb der deutschen Staatsangehörigkeit kann jedoch dadurch verhindert werden, dass die Eltern die Geburt binnen eines Jahres beurkunden lassen.

Nähere Informationen und ein Beispiel zu der geschilderten Rechtslage finden Sie hier.

Informationen zur Nachbeurkundung der Geburt in Deutschland finden Sie hier.



Erwerb durch Adoption

Der Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit kann seit dem 1. Januar 1977 auch durch Adoption erfolgen. Minderjährige erwerben bei der Adoption durch Gesetz automatisch die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn einer der Annehmenden Deutsche/r ist.


Erwerb durch Geburt im Inland (sog. Optionsmodell)

Die deutsche Staatsangehörigkeit kann unter gewissen Voraussetzungen auch dann bestehen, wenn ein Kind zweier Ausländer in Deutschland geboren wird:

Ein im Inland nach dem 1. Januar 2000 geborenes Kind, dessen Eltern beide Ausländer sind, erwirbt zunächst die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn ein Elternteil zum Zeitpunkt der Geburt seit acht Jahren seinen gewöhnlichen rechtmäßigen Aufenthalt in Deutschland hat und ein unbefristetes Aufenthaltsrecht besitzt.

Unter bestimmten Voraussetzungen muss das Kind, das auf diesem Wege die deutsche Staatsangehörigkeit erworben hat und daneben auch die ausländische Staatsangehörigkeit der Eltern besitzt, mit der Vollendung des 21. Lebensjahres optieren, also sich für eine Staatsangehörigkeit entscheiden. Näheres hierzu regelt § 29 StAG.


Erwerb durch Übersiedlung nach Deutschland als Aussiedler bzw. Spätaussiedler

Die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen gegebenenfalls auch Spätaussiedler, also Zuwanderer in die Bundesrepublik Deutschland mit deutschen Wurzeln.

- Übersiedlung bis 1.1.1993

Erfolgte die Übersiedlung bis 1.1.1993 als Aussiedler oder Flüchtling, ist der Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit entweder im Rahmen einer Einzeleinbürgerung oder gemäß § 40 a StAG durch lückenlosen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland ab Übersiedlung zum Stichdatum 1.8.1999 möglich

- Übersiedlung zwischen 1.1.1993 und 1.8.1999

Erfolgte die Übersiedlung zwischen 1.1.1993 und 1.8.1999 als Spätaussiedler, erfolgt der Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit entweder im Rahmen einer Einzeleinbürgerung oder durch lückenlosen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland ab Übersiedlung zum Stichtag 1.8.1999. Auch hier gilt § 40 a StAG.

- Übersiedlung ab dem 1.8.1999

Erfolgte die Übersiedlung ab dem 1.8.1999 als Spätaussiedler, wird die deutsche Staatsangehörigkeit mit der Ausstellung der Bescheinigung nach § 15 BVFG (ausgestellt ab dem 1.8.1999) erworben. Dem Inhaber dieser Bescheinigung wird stets zugleich die deutsche Staatsangehörigkeit verliehen.


Erwerb durch Einbürgerung

Unter bestimmten Voraussetzungen ist der Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit außerdem durch Einbürgerung möglich.

Informationen finden Sie auf der Website des Bundesverwaltungsamts.

Bei Fragen beraten wir Sie gerne.


Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit

Verlust durch Entlassung bzw. Verzicht

Ein Deutscher kann auf seinen Antrag hin aus der deutschen Staatsangehörigkeit entlassen werden, wenn ihm bereits der Erwerb einer anderen Staatsangehörigkeit schriftlich zugesichert wurde und durch die Entlassung keine Staatenlosigkeit eintritt.

Ein deutscher Staatsangehöriger kann auf seine Staatsangehörigkeit verzichten, wenn er mehrere Staatsangehörigkeiten besitzt. Dazu ist eine schriftliche Erklärung nötig. Gewisse gesetzliche Einschränkungen sind zu beachten. Rechtswirksam ist der Verzicht allerdings nur dann, wenn die Erklärung von der zuständigen Behörde genehmigt und hierüber eine entsprechende Urkunde ausgestellt und dem Verzichtenden ausgehändigt worden ist.

Personen, die in einem öffentlich-rechtlichen Dienst- bzw. Amtsverhältnis stehen, können nicht entlassen werden bzw. auf die deutsche Staatsangehörigkeit verzichten;

Verlust durch Erwerb einer ausländischen Staatsangehörigkeit auf eigenen Antrag

Gemäß §25 des Staatsangehörigkeitsgesetzes (StAG) verliert ein Deutscher, der auf Antrag eine ausländische Staatsangehörigkeit erwirbt, grundsätzlich die deutsche Staatsangehörigkeit.

Nach der Änderung des Staatsangehörigkeitsgesetzes zum 28.08.2007 verliert ein Deutscher seine deutsche Staatsangehörigkeit jedoch nicht mehr, wenn er nach diesem Stichtag die Staatsangehörigkeit eines EU-Mitgliedstaates oder der Schweiz erwirbt. Eine Beibehaltungsgenehmigung ist in dieser Konstellation nicht mehr erforderlich.

Vor Erwerb einer anderen Staatsangehörigkeit (außer Schweiz und EU-Mitgliedsstaaten) ist weiter eine Beibehaltungsgenehmigung erforderlich, damit die deutsche Staatsangehörigkeit nicht mit Entgegennahme der ausländischen Einbürgerungsurkunde verloren geht.

Der Antrag auf Genehmigung der Beibehaltung der deutschen Staatsangehörigkeit muss über die zuständige Auslandsvertretung an das Bundesverwaltungsamt in Köln gerichtet werden. Die Entscheidung ist abzuwarten.

Wird die fremde Staatsangehörigkeit durch Gesetzerworben, so tritt kein Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit ein. Dies war z.B. beim Erwerb der französischen Staatsangehörigkeit durch Eheschließung mit einem Franzosen bis zum 09.01.1973 der Fall.

Verlust durch Adoption

Ein minderjähriger Deutscher verliert mit der nach deutschen Gesetzen wirksamen Adoption durch einen Ausländer die Staatsangehörigkeit, wenn er dadurch die Staatsangehörigkeit des Annehmenden erwirbt. Der Verlust tritt nicht ein, wenn die betreffende Person mit einem deutschen Elternteil verwandt bleibt.

Verlust durch Eintritt in ausländische Streitkräfte (§28 StAG)

Der Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit erfolgt bei Deutschen (Männern und Frauen), die freiwillig in die Streitkräfte oder einen vergleichbaren bewaffneten Verband eines ausländischen Staates, dessen Staatsangehörigkeit sie auch besitzen, ohne Zustimmung des Bundesministeriums der Verteidigung (BMVg) oder der von ihm bezeichneten Stelle eintreten.

Der Eintritt in die ausländischen Streitkräfte muss aufgrund freiwilliger Verpflichtung erfolgen. Ein aufgrund gesetzlicher Vorschrift zu leistender Wehrdienst bedarf keiner Zustimmung und führt daher nicht zum Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit.

Bisher konnte der Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit gem. §28 StAG durch eine vor dem Eintritt in die fremden Streitkräfte eingeholte Zustimmung des BMVg abgewendet werden. Seit dem 06.07.2011 gilt die Zustimmung für Deutsche, die zugleich die Staatsangehörigkeit eines nachfolgend aufgeführten Staates besitzen, als erteilt:

a) Mitgliedsstaaten der Europäischen Union,

b) Mitgliedsstaaten der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA),

c) Mitgliedsstaaten der Nordatlantikvertrags-Organisation (NATO) oder

d) Staaten der Länderliste nach § 41 Absatz 1 der Aufenthaltsverordnung

Die Einholung einer Zustimmung des BMVg ist in diesen Konstellationen nicht mehr erforderlich.

 

Feststellung der deutschen Staatsangehörigkeit

Im Verfahren zur Feststellung der deutschen Staatsangehörigkeit prüft das Bundesverwaltungsamt, ob Sie die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Es wird dabei geprüft, wann und wodurch Sie die deutsche Staatsangehörigkeit erworben und ob Sie die deutsche Staatsangehörigkeit nicht verloren haben. Kann die deutsche Staatsangehörigkeit festgestellt werden, wird Ihnen als Nachweis ein Staatsangehörigkeitsausweis ausgestellt. Weitere Informationen zum Feststellungsverfahren finden Sie auf der Website des Bundesverwaltungsamts.

Den Antrag auf Ausstellung eine Staatsangehörigkeitsausweises können Sie über die für Sie örtlich zuständige deutsche Auslandsvertretung oder unmittelbar beim Bundesverwaltungsamt beantragen. Bei Fragen beraten wir Sie gerne.


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