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Besuch des Bürgermeisters von Berlin Müller im Dioscuri-Zentrum in Warschau

06.10.2021 - Artikel

Spitzenpartnerschaft von Warschau und Berlin in der Forschung

Warschau und Berlin wachsen mit exzellenter Forschung noch stärker zusammen. Darauf wies der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, am Mittwoch in Warschau hin: „Unsere Städte sind heute durch viele spannende Kooperationen in Lehre, Forschung und Entwicklung verbunden und darin liegt auch ein großes Potenzial für die Zukunft unserer Partnerschaft. Das neue Dioscuri-Zentrum steht genau für diese Zukunft. Es schlägt eine Brücke zwischen unseren beiden Innovationsmetropolen und stärkt die Gesundheitsforschung an Weichsel und Spree. Das ist polnisch-deutsche Kooperation par excellence“, sagte er anlässlich seines Besuchs im neuen Dioscuri-Zentrum in der Gesundheitsforschung (IIMCB: International Institute of Molecular and Cell Biology in Warsaw), dem Dioscuri Centre for RNA-Protein Interactions in Human Health and Disease. Der Besuch ist Teil der Feierlichkeiten zum „Tag der Deutschen Einheit“ in Warschau.

Besuch im Dioscuri-Zentrum in Warschau
Besuch im Dioscuri-Zentrum in Warschau© IIMCB

Die von Professor Gracjan Michlewski geleitete Forschung im Dioscuri-Zentrum befasst sich mit RNA-Protein-Interaktionen, insbesondere mit der durch RNA-Viren ausgelösten angeborenen Immunreaktion. Die Bedeutung von RNA-Viren für die menschliche Gesundheit kann kaum überschätzt werden: „Das Auftreten einer neuen Grippepandemie oder eines bioterroristischen Virusangriffs könnte katastrophale Folgen für die öffentliche Gesundheit und die Weltwirtschaft haben. Daher ist es äußerst wichtig, die Interaktion zwischen Wirt und Virus auf zellulärer Ebene zu verstehen, um den besten Weg zur Inaktivierung des Virus zu finden und große Störungen und Verluste zu verhindern“. Die Notwendigkeit dieser Forschung werde durch die aktuelle Pandemie-Situation besonders deutlich.

Professor Juri Rappsilber vom Institut für Biotechnologie der Technischen Universität Berlin ist der deutsche Partner des Dioscuri-Zentrums und begleitet das Projekt wissenschaftlich: „Unsere Zusammenarbeit mit Professor Michlewski seit 2011 hat wesentlich zum Bereich der RNA-Protein-Interaktion beigetragen. Die zentrale Rolle von RNA-Viren für die menschliche Gesundheit ist durch die jüngste SARS-CoV-2-Pandemie einmal mehr deutlich geworden. Wir freuen uns daher, unsere gemeinsamen Anstrengungen nun auf das Verständnis der Virus-Wirt-Interaktion in einer Achse zwischen Warschau und Berlin auszuweiten.“

Das Warschauer Zentrum ist Teil des Dioscuri-Programms der deutschen Max-Planck-Gesellschaft (MPG) zum Aufbau exzellenter Forschungszentren in Zentral- und Osteuropa. In Polen hat die MPG gemeinsam mit dem polnischen Wissenschaftszentrum NCN bisher fünf Dioscuri-Zentren ausgewählt. Diese erhalten jeweils fünf Jahre lang bis zu 300.000 Euro jährlich, zu gleichen Teilen finanziert vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem polnischen Ministerium für Bildung und Wissenschaft. In den kommenden Jahren sollen weitere fünf Dioscuri-Zentren aufgebaut werden. Die nächsten werden Anfang 2022 von einer wissenschaftlichen Jury ausgesucht.

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