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Deutsch-Polnisches Barometer 2019: Gemeinsame Richtung – verschiedene Perspektiven.

Ocena stanu stosunków polsko-niemieckich w latach 2000-2019

Ocena stanu stosunków polsko-niemieckich w latach 2000-2019, © Instytut Spraw Publicznych

29.05.2019 - Artikel

Deutsche und polnische Ansichten zu den gegenseitigen, europäischen und globalen Beziehungen.

Deutsche und Polen sind sich dessen bewusst, dass der Zweite Weltkrieg weiterhin einen Einfluss auf die gemeinsamen Beziehungen hat, obwohl die Deutschen diesen Einfluss seltener wahrnehmen. Beide Gesellschaften unterscheiden sich jedoch diametral in der Bewertung der Außenpolitik der Vereinigten Staaten und ihres Präsidenten, wie aus der neusten Untersuchung zur öffentlichen Meinung in der Serie „Deutsch-Polnisches Barometer“ des Instituts für öffentliche Angelegenheiten (ISP), der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit hervorgeht. In der Umfrage wurde auch nach der Bewertung der runden Jubiläen des Ausbruches des Zweiten Weltkrieges, dem Beitritt Polens zur NATO und EU sowie nach der demokratischen Transformation gefragt.

30 Jahre nach den ersten teilweise freien Wahlen zum polnischen Sejm sind die Polen geteilter Meinung darüber, ob der Beitrag ihres Landes zum Sturz des Kommunismus und zum demokratischen Wandel in Mittel- und Osteuropa von der internationalen Öffentlichkeit ausreichend anerkannt worden ist. Die größte Gruppe der Befragten (41%) vertritt die Ansicht, dass dies nicht der Fall ist, während 35 Prozent eine angemessene Anerkennung wahrnehmen.

„Die Deutschen ihrerseits tun sich schwer mit der Einschätzung des Beitrages Polens zum Sturz des Kommunismus und zum demokratischen Wandel in Mittel- und Osteuropa. Die größte Gruppe der deutschen Befragen (42%) erkennt einen polnischen Beitrag, doch ein gutes Drittel bewertet den Beitrag der Polen weder als wichtig noch als unwichtig, und 10 Prozent der Befragten können einen Beitrag sogar nur wenig bis gar nicht erkennen“, beschreibt Dr. Angieszka Łada vom Institut für öffentliche Angelegenheiten, Autorin der Studie, die Ergebnisse. „Das zeigt, wie sehr sich die Wahrnehmung der neusten Geschichte in beiden Länder unterscheiden. Es zeigt auch, dass die Vermittlung der gemeinsamen Geschichte notwendig ist“.

Das diesjährige Barometer weist ebenfalls darauf hin, dass 80 Jahre nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges sowohl die Deutschen als auch die Polen nach wie vor dessen Einfluss auf die gegenseitigen Beziehungen wahrnehmen (73% der befragten Polen und 70% der Deutschen halten diesen entweder für stark oder gering), doch die Zahl jener Befragten, die diesen Einfluss als stark bezeichnen, geht zurück. In Deutschland ist deren Anteil seit dem Jahr 2008 bis heute von 34 auf 22 Prozent gesunken, in Polen von 43 auf 32 Prozent. Hingegen sehen 19 Prozent der Deutschen sowie 14 Prozent der Polen gar keinen Einfluss der Kriegsgeschehnisse auf die gegenwärtigen Beziehungen. Agnieszka Łada macht darauf aufmerksam, dass sich allerdings die Meinungen dahingehend unterscheiden, ob das Leid und die Opfer, die Polen im Laufe seiner Geschichte auferlegt wurden, von der internationalen Öffentlichkeit nicht ausreichend anerkannt worden sind. Fast die Hälfte der polnischen Befragten (46%) denkt, dass dies nicht geschehen sei, während auf deutscher Seite im Verhältnis weniger als halb so viele Befragte (21%) dieser Meinung sind. Eine deutliche Mehrheit der Deutschen (62%) findet stattdessen, dass dieses Leid ausreichend Anerkennung gefunden hat.

Zwanzig Jahre nach Polens NATO-Beitritt und fünfzehn Jahre nach dem Beitritt zur Europäischen Union bewerten die Polen diese Ereignisse für politische und wirtschaftliche Stabilität in Europa sehr positiv. Ebenfalls hat die Mehrheit der Deutschen zu diesem Thema eine positive Meinung.

Vollständige Ergebnisse:

Agnieszka Łada, Gemeinsame Richtung, verschiedene Perspektiven. Deutsche und polnische Ansichten zu den gegenseitigen, europäischen und globalen Beziehungen. Deutsch-Polnisches Barometer 2019 (de) LINK

*Die Umfragen in Deutschland und in Polen wurden im Auftrag des Instituts für öffentliche Angelegenheiten, der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit durchgeführt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an dieser Umfrage wurden in Form von Face-to-Face-Interviews in ihrer häuslichen Umgebung befragt. In Polen wurde eine repräsentative Gruppe von 1000 erwachsenen Einwohnern älter als 15 Jahre in der Zeit  zwischen dem 8. und 13. März 2019 von KANTAR PUBLIC befragt; in Deutschland umfasste die repräsentative Stichprobe 1000 erwachsene Einwohner älter als 14 Jahre[1], die von IPSOS in den Tagen zwischen dem 4. und 10. März 2019 befragt wurden.



 



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