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Verleihung des Verdienstordens am Bande an Piotr Sliwicki, Krystyna Boczkowska, Peter Baudrexl, Krzysztof Kalicki

Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande an Krystyna Boczkowska, Peter Baudrexl, Krzysztof Kalicki, Piotr Sliwicki

Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande an Krystyna Boczkowska, Peter Baudrexl, Krzysztof Kalicki, Piotr Sliwicki, © Ambasada Niemiec / Deutsche Botschaft Warschau

22.05.2018 - Artikel

Piotr Sliwicki, Krystyna Boczkowska, Peter Baudrexl und Krzysztof Kalicki wurden vom Botschafter Nikel mit dem Bundesverdienstkreuz für ihre Verdienste für ihre herausragende deutsch-polnische wirtschaftliche Zusammenarbeit ausgezeichnet.

Laudatio von Botschafter Nikel zur Verdienstkreuzverleihung
-Es gilt das gesprochene Wort-

Sehr geehrte Frau Boczkowska,
sehr geehrter Herr Baudrexl, lieber Peter,
sehr geehrter Herr Kalicki,
sehr geehrter Herr Sliwicki,

es ist mir eine große Freude und Ehre, Sie als langjährige und enge Partner der Botschaft heute aus einem ganz besonderen Anlass empfangen zu dürfen.

Sie, die Ehrengäste, die heute aus meiner Hand das Bundeverdienstkreuz erhalten werden, repräsentieren die deutsch-polnische wirtschaftliche Zusammenarbeit in wahrhaft beeindruckender Weise. Sie alle haben, jeder für sich in verantwortungsvoller Position, den deutsch-polnischen Wirtschaftsbeziehungen über viele Jahre hinweg ihr besonderes Gepräge gegeben, auf das wir heute sehr stolz sein dürfen.

Die deutsch polnische wirtschaftliche Kooperation ist eine feste und höchst dynamische Säule der Gesamtbeziehungen. Der Umfang unseres wirtschaftlichen Austauschs ist in den vergangenen Jahren exponentiell gestiegen. Das lässt sich an Zahlen festmachen.

Betrug unser gemeinsamer Handel 2013 noch 78 Mrd. Euro, so waren es 2017 bereits über 110 Mrd. Euro. Mit anderen Worten eine Steigerung um fast 50 Prozent innerhalb weniger Jahre. Ähnlich erfreulich haben sich die wechselseitigen Investititonen im jeweiligen Partnerland entwickelt.

Hinter diesen dynamischen Entwicklungen stehen Sie und zahlreiche weitere Unternehmen und Geschäftsleute Die Investitionen, die seit mehr als einem Vierteljahrhundert in Polen getätigt wurden, haben zur Schaffung vieler hochqualifizierter Arbeitsplätze geführt. Dadurch wurden Fähigkeiten und Technologie transferiert und Erfahrungen und Wissen ausgetauscht – ein win-win Situation für beide Seiten.

Das deutsche unternehmerische Engagement inspirierte auch polnische Unternehmer und Unternehmen, Teil dieser neuen wirtschaftlichen Verbindungen zu werden – als Partner, als Subunternehmer, als Dienstleister. Auch um selbst auf dem deutschen Markt Fuß zu fassen. Vor allem aber hat dieses Engagement viele Menschen ermutigt, neue Wege zu gehen, sich neuen Herausforderungen zu stellen oder in neuen Berufen zu erproben. Damit wurde ein wichtiger Schatz gehoben, ohne den wirtschaftliche Entwicklung nicht möglich ist – das menschliche Kapital.
 
Gleichzeitig wurden viele neue Beziehungen zwischen den Menschen beider Länder geknüpft und gestärkt. So entstand Vertrauen, das mitgeholfen hat, den Prozess der deutsch-polnischen Aussöhnung weiter voranzubringen.

Zusammen mit dem engen zivilgesellschaftlichen Miteinander sind die deutsch-polnischen Wirtschaftsbeziehungen ein tragfähiges Fundament für unsere gemeinsame Zukunft in Europa

Kommen wir jetzt zur Würdigung Ihrer Einzelpersönlichkeiten.


Sehr geehrte Frau Boczkowska,

mit Ihnen verbindet sich ein sehr vielseitiges und erfolgreiches Engagement für die deutsch-polnischen Beziehungen. Da ist zunächst einmal die Robert-Bosch-Gruppe in Polen. In den Unternehmen der Bosch Gruppe hat Ihr Name eine hervorragenden Klang. Ihr Führungsstil verbindet eine klare Vision über die unternehmerischen Ziele und hohe Sachkompetenz mit einfühlsamem Eingehen auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter. Dass dabei am Ende großer wirtschaftliche Erfolg herauskommt ist unter diesen Umständen nicht weiter verwunderlich.

Sie waren als erste Büroleiterin - wenn ich so sagen darf - Geburtshelferin der Bosch Repräsentanz in Polen. Gern erinnere ich mich noch an das 25. jährige Jubiläum der Repräsentanz im letzten Jahr, zudem sie meine Frau und mich freundlicherweise eingeladen haben.

Botschafter Nikel verließt die Verleihungsurkunde an Krystyna Boczkowska
Botschafter Nikel verließt die Verleihungsurkunde an Krystyna Boczkowska© Ambasada Niemiec / Deutsche Botschaft Warschau

Seit nunmehr 12 Jahren üben Sie die Funktion der Vorstandsvorsitzenden von Bosch Polska aus. Die Ergebnisse Ihrer Arbeit sind eine großartige Erfolgsgeschichte. Bosch besteht inzwischen aus vier Gesellschaften und produziert  an mehreren Standorten. Bosch Polska ist ganz ohne Zweifel ein Markenzeichen, auf das nicht nur Sie, sondern wir alle stolz sein dürfen.

Besonders herausragend ist Ihr Engagement  für die Deutsch-polnische Industrie- und Handelskammer, deren Vorstand sie sechs Jahre angehörten. In besonders nachhaltiger Weise unterstützten Sie in Ihrer langjährigen beruflichen Karriere  die Aktivitäten der AHK bei der Fachkräfteausbildung. Dabei galt und gilt Ihr langjähriges unermüdliches Engagement vor allem der dualen Berufsausbildung. Als Vorsitzende des Ausschusses für Berufsbildung der AHK wie auch innerhalb der Robert Bosch Gruppe in Polen setzen Sie sich dafür ein, duale Berufsbildung in Ihrem Heimatland  zu propagieren und in einem anderen Umfeld als dem deutschen umzusetzen. Überall in Polen ist Ihr Name eng mit diesem deutschen Exportschlager verbunden.

Ein weiteres Feld, auf dem Sie erfolgreich wirken, ist die Förderung der Frauen in der polnischen Geschäftswelt. Durch ihr eigenes Beispiel als erfolgreiche Unternehmerin und in zahlreichen Diskussionsforen haben Sie der Stärkung der Rolle der Frauen in  Wirtschaft und Gesellschaft in Polen wesentliche Impulse gegeben. Für Ihre Teilnahme an unserer kürzlichen Debatte just an dieser Stelle zum Stand der Frauenrechte 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschland und Polen sind wir Ihnen sehr verbunden.

Besonders danke möchte ich Ihnen in diesem Zusammenhang auch im Namen meiner Kollegen für Ihre großartige Unterstützung unseres Projekts der deutsch-polnischen Freundschaftgärten.

Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag für eine dauerhafte positive Präsenz Deutschlands im Warschauer Stadtbild. Schließlich sei es mir an dieser Stelle noch erlaubt, Ihnen Tribut für Ihre exzellente Beherrschung der deutschen Sprache zu zollen. Ich wünschte, mein Polnisch wäre nur halbwegs so gut wie Ihr Deutsch.


Sehr geehrter Herr Baudrexl, lieber Peter,

Sie haben die wunderbare Erfolgsgeschichte der deutsch-polnischen Wirtschaftsbeziehungen nach der Wende an wesentlicher Stelle mitgeschrieben.

Man kann Sie mit Fug und Recht als einen der Gründerväter der deutsch-polnischen Industrie- und Handelskammer bezeichnen. Als eines der Mitglieder der Gründungskommission der AHK Mitte der 90er Jahre konnten Sie selbstverständlich noch nicht wissen, welchen Aufschwung die deutsch-polnischen Wirtschaftsbeziehungen nehmen würden. Aber Sie haben immer an den Erfolg geglaubt un die Erfahrung aus heutiger Perspektive hat Ihnen Recht gegeben.

Die Siemens Zentrale hat eine kluge Entscheidung getroffen, indem sie Sie gleich zweimal in Ihrer langjährigen Karriere nach Polen entsandte, unterbrochen von einem kurzen Zwischenspiel im Iran.

Botschafter Nikel und Peter Baudrexl nach Verlesung der Verleihungsurkunde
Botschafter Nikel und Peter Baudrexl nach Verlesung der Verleihungsurkunde© Ambasada Niemiec / Deutsche Botschaft Warschau

Schon beim ersten Mal haben Sie als Finanzvorstand die Basis für das breite Engagement der Siemensgruppe in Polen in Spitzentechnologien für industrielle Automations- und Leittechnik, in der Medizintechnik, Infrastruktur und Erneuerbaren Energien aufgebaut.

2004 kehrten Sie als Vorstandsvorsitzender von Siemens nach Polen zurück und leiteten das Unternehmen bis zu Ihrem Ausscheiden vor zwei Monaten. Ihr Unternehmen hat in dieser Zeit eine Riesenaufschwung genommen. Das ist in erster Linie Ihnen und der harten Arbeit Ihrer Mitarbeiter, aber sicherlich auch Ihrer gradlinigen, freundlichen und humorvollen Art zu verdanken, mit der Sie auf alle Menschen zugehen. Dabei kommt Ihnen und uns allen auch Ihre beträchtliche interkulturelle Kompetenz, die Sie über lange Jahre erworben haben, sehr zugute.

Auch wenn ich erst 4 Jahre hier bin, glaube ich sagen zu dürfen, dass ich Dich in dieser Zeit als hochprofessionellen, hochkreativen Menschen kennengelernt habe, dessen unternehmerische und persönliche Fähigkeiten dem exzellenten Ruf vom Siemens alle Ehre macht.

Man spürt auf Schritt und Tritt, dass Ihnen Polen am Herzen liegt. Stets setzten Sie sich weit über Ihre unternehmerischen Aktivitäten hinaus aktiv für ein Klima des gegenseitigen Verständnisses und der bestmöglichen Zusammenarbeit ein.

Auf unzähligen Konferenzen und Kongressen haben Sie Ihre weitreichenden Erfahrungen geteilt und für den Ausbau der deutsch-polnischen Zusammenarbeit geworben. Gern erinnere ich mich an die Panels auf, denen wir zusammen gesessen und diskutiert haben.

Auch in der wirtschaftspolitschen Debatte in Polen hat Ihr Wort Gewicht. Als Mitglied des Obersten Rats des polnischen Arbeitgeberverbandes „Lewiatan“ seit 2007 erheben Sie immer wieder Ihre Stimme mit dem Ziel, das Investitionsumfeld für ausländische Unternehmen zu verbessern.

Seit 2012 gehörten Sie dem Vorstand der AHK an, ab 2013 als Präsident der Kammer.

In dieser Funktion haben Sie mit viel Einfühlungsvermögen und Besonnenheit den Dialog zwischen den beiden Wirtschaftswelten im Sinne der Verständigung gefördert. Dabei haben Sie nie vor dem Aussprechen auch schmerzlicher Wahrheiten zurückgeschreckt, aber immer animiert von dem Ziel, DEU und Polen möglichst gemeinsam voranzubringen. Und dies nicht nur als Vertreter der Interessen deutscher Unternehmen in Polen, sondern auch als Wegbereiter für polnische Unternehmen in Deutschland.

Dass die AHK heute als Gesprächspartner der polnischen Wirtschaftswelt und ihrer Institutionen einen derart ausgezeichneten Ruf genießt, ist ganz gewiss auch Ihr Verdienst.

Unter Ihrer Leitung hat die Siemens Gruppe in Polen wichtige Impulse für die Vertiefung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit gesetzt. Technologietransfer und wissenschaftliche Kooperation spielen dabei eine wichtige Rolle. Siemens Polska arbeitet heute eng mit 30 Technischen Universitäten und Hochschulen unter anderem im Rahmen der „Siemens-Akademie“ zusammen und fördert gezielt den wissenschaftlichen Nachwuchs in ganz Polen. Es ist Ihrer Initiative zu verdanken, dass seit mehr als 20 Jahren der Siemens-Preis an herausragende junge polnische Wissenschaftler vergeben wird. Und inzwischen auch an herausragende Wissenschaftler der Polnischen Akademie der Wissenschaften ebenso wie für die besten studentischen Diplomarbeiten.

Als Vorstandsvorsitzender von Siemens Polska haben Sie das gute Image der deutschen Unternehmen in Polen wesentlich mitgeprägt. Ihr Einsatz für die Verbreitung der Siemens Unternehmenskultur und für hohe Standards bei Teamwork, Ownership und Work-Live-Balance hat die Wahrnehmung sozialer Verantwortung durch die Unternehmen beispielhaft demonstriert. Dadurch wurden Impulse für  polnische Geschäftswelt gesetzt.

Ihr Engagement für die Unterstützung bedeutender polnischer kultureller und wissenschaftlicher Einrichtungen und der auf ihre Initiative gestiftete jährliche Siemens Award für polnische Künstler haben dieses positive Bild deutschen unternehmerischen Engagements weiter gestärkt. Hierfür gebührt Ihnen große Anerkennung.

Ebenso danken wir Ihnen herzlich für Ihre großartige Unterstützung des Projekts der deutsch-polnischen Freundschaftsgärten auf der anderen Weichselseite.


Nach 2 Vertretern der Industrie kommen wir jetzt zu 2 Vertretern der Finanzwelt:

Sehr geehrter Herr Kalicki,

Seit 20 Jahren bestimmen Sie in verantwortlicher Position die Geschicke der Deutschen Bank in Polen. Zunächst als Mitglied des Vorstands und seit 2003 als Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank Polska und als Country Manager der Deutsche Bank Gruppe in Polen.

In der polnischen Finanzwelt hat Ihr Wort hohes Gewicht. Ihr stets gut durchdachtes Urteil gründet auf nüchterner Analyse getragen von langjährigen Erfahrungen innerhalb und außerhalb des Wissenschaftsbetriebs. Im Sinne intellektueller Ehrlichkeit schrecken Sie dabei auch vor kritischen Worten nicht zurück.

Wissenschaftlich blicken Sie auf eine bemerkenswerte akademische Karriere zurück. Als Professor zunächst an der SGH und heute an der renommierten Kozminski-Akademie wie auch als Verfasser zahlreicher finanzpolitischer Schriften haben Sie viele der heutigen Experten in Polen bei ihren ersten beruflichen Schritten begleitet.

Botschafter Nikel und Krzysztof Kalicki nach Verlesung der Verleihungsurkunde
Botschafter Nikel und Krzysztof Kalicki nach Verlesung der Verleihungsurkunde© Ambasada Niemiec / Deutsche Botschaft Warschau

In den schwierigen anfänglichen Jahren von 1990 bis 1996 haben Sie im polnischen Finanzministerium den wirtschafts- und finanzpolitischen Umbruch Polens an entscheidender Stelle mitgestaltet, die letzten zwei Jahre als Staatssekretär. Dabei haben sie an den Grundlagen des polnischen Wirtschaftsaufschwungs mitgearbeitet, für den Polen weltweit Anerkennung genießt.

Neben Ihrer Lehrtätigkeit engagieren Sie sich seit vielen Jahren aktiv in den aktuellen finanzpolitischen Diskussionen in Polen. Seit 2010 sind Sie als Mitglied des Rats der Polnischen Banken ganz vorn dabei, wenn es um die Entwicklung des Bankensektors in Polen geht.

Sie haben damit einen wichtigen Beitrag zu einem positiven Umfeld für einheimische wie ausländische Banken in Polen geleistet.

Besonders verdient gemacht haben Sie sich um eine wirksame finanztechnische Unterstützung deutscher Investoren in Polen. Insbesondere im Vorfeld des EU-Beitritts und in den ersten Jahren der EU-Mitgliedschaft Polens, die viele Änderungen der rechtlichen Rahmenbedingungen nach sich zogen, haben Sie erfolgreich für Rechtssicherheit und Minimierung des unternehmerischen Risikos gekämpft. Sie haben damit zahlreichen Unternehmen den Eintritt in den polnischen Markt erst ermöglicht bzw. wesentlich erleichtern können. Gleiches gilt auch für viele polnische Firmen, denen sie bei ihrem Sprung nach Deutschland mit Rat und Tat zu Seite gestanden haben.

Ihr Engagement in der Deutsch-polnischen Industrie- und Handelskammer ist beispielhaft. Viele deutsche Unternehmen und die deutsch-polnischen Wirtschaftsbeziehungen insgesamt haben davon profitieren können. Als Mitglied des Vorstands und zeitweiliger Vizepräsident der Kammer haben Sie sich für Erleichterungen bei der Erschließung des polnischen Markts durch deutsche Unternehmen eingesetzt. Als Mitbegründer und Vorsitzender des Finanzklubs der AHK organisieren Sie seit 2005 eine Plattform für einen breiten Erfahrungsaustausch und für die Integration der Finanzbranche in die Kammer.

Der Finanzklub fördert aktiv den Dialog zwischen deutschen Unternehmen und Ministerien, staatlichen Finanzinstitutionen sowie Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Kultur zum besseren gegenseitigen Verständnis und für gemeinsame Aktivitäten in der Zukunft. Als Ehrenpräsident der Kammer setzen Sie dieses sehr verdienstvolle Engagement fort.

Besondere Erwähnung verdient in diesem Zusammenhang Ihr kulturelles Engagement. Die auf Ihre Initiative entstandene Oper- und Operettengala der AHK, die in diesem Jahr bereits zum 11. Mal stattfand, ist aus dem kulturellen Leben Warschaus gar nicht mehr wegzudenken.

Auch die Förderung von Nachwuchskünstlern und Konzerte wie das der Berliner Philharmoniker unter Sir Simon Rattle in der Warschauer Philharmonie vor einigen Jahren wäre ohne das großzügige Sponsoring der Deutschen Bank nicht möglich gewesen. Selbstverständlich sind wir auch Ihnen, wie allen anderen heute Morgen sehr für Ihre großzügige Unterstützung unseres Projekts der deutsch-polnischen Freundschaftsgärten dankbar.

Sehr geehrter Herr Sliwicki,

Ihre vielfältigen Verdienste um die Entwicklung des polnischen Versicherungsmarktes und der polnischen Wirtschaft hat die Republik Polen  bereits in früheren Jahren gewürdigt: Im Jahr 2000 wurde Ihnen das Goldene Verdienstkreuz, im Jahr 2010 das Offizierskreuz des Ordens der Wiedergeburt Polens. Nicht nur deswegen ist es jetzt an der Zeit, Sie auch deutscherseits Im Blick auf Ihre langjährigen Verdienste um die deutsch-polnischen Beziehungen zu ehren. Wir danken Ihnen, dass Sie extra aus Danzig für die Verleihungszeremonie hierher gekommen sind.

Ihre unternehmerische Karriere ist höchst beeindruckend.

Als Miteigentümer der Beratungsgesellschaft Hestia Consultants 1990 und ein Jahr später als Vorstandsvorsitzender des Sachversicherers Hestia Insurance haben Sie die Anfänge der privaten Versicherungswirtschaft in Polen nach der Wende unternehmerisch aktiv mitgestaltet und für die Zukunft auf dem europäischen Markt vorbereitet. Unter Ihrer Leitung ist die STU Ergo Hestia in diesen Jahren zu einem der führenden Versicherungsunternehmen Polens geworden. Sie selbst haben sich in Fachkreisen einen Namen weit über die Grenzen Polens hinaus gemacht.

Dass dies international hoch anerkannt wird, zeigt unter anderem Ihre Mitgliedschaft im Koordinierungskomitee der Internationalen Versicherer- und Rückversichererkonvention in Monte Carlo.

Besonderen Wert legen Sie auf die soziale Verantwortung Ihres Unternehmens. Auf Ihre Initiative entstand 2004 die Stiftung „Integralia“ der Gruppe Ergo Hestia, die die Integration behinderter Menschen ins Berufsleben fördert und  zahlreiche Impulse für ähnliche Initiativen gegeben hat. Als erstes Versicherungsunternehmen in Polen hat sich die Ergo Hestia zudem im Rahmen von Global Compact Polen der Initiative zu „Wirtschaft und Menschenrechten“ angeschlossen.

Damit unterstreicht Ergo Hestia seine aktive gesellschaftliche Verantwortung in sehr konkreter Weise. Ihr Engagement hat aber noch viel mehr bewirkt.

Mit Ihrer erfolgreichen Tätigkeit für Hestia und später für Ergo Hestia haben Sie zu einem frühen Zeitpunkt dazu beigetragen, ein positives Image der deutschen Versicherungsbranche in Polen aufzubauen. Dies hat anderen Versicherern den Weg auf den polnischen Markt geebnet.

Botschafter Nikel und Piotr Sliwicki nach Verleihung des Verdienstordens am Bande
Botschafter Nikel und Piotr Sliwicki nach Verleihung des Verdienstordens am Bande© Ambasada Niemiec / Deutsche Botschaft Warschau

Ihr Engagement in der deutsch-polnischen Außenhandelskammer hat viele andere inspiriert. Die deutsch-polnischen Wirtschaftsbeziehungen haben in hervorragender Weise von ihrer mehr als 10-jährigen Tätigkeit als Vorstandsmitglied, als Präsident und seit 2014 Ehrenpräsident der AHK Polen profitiert.

Als Präsident der AHK haben Sie sich aktiv für die Gestaltung der deutsch-polnischen Wirtschaftsbeziehungen als Zwei-Bahn-Straße und die Verstärkung des Engagements polnischer Unternehmer in Deutschland eingesetzt. Ihrem Einsatz ist es zu verdanken, dass es seit 2010 ein Verbindungsbüro der AHK Polen in Deutschland gibt.

Eine wachsende Zahl polnischer Unternehmen nutzt heute die Möglichkeit, bereits in Polen wertvolle Beratung zum Markteintritt in Deutschland zu erhalten sowie um direkte Kontakte zu künftigen Geschäftspartnern und Wirtschaftsinstitutionen in Deutschland zu knüpfen. Die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen haben von dieser verstärkten Ausrichtung der Kammertätigkeit auf den deutschen Markt besonders profitiert.

Sehr geehrte Frau Boczkowska, sehr geehrter Herr Baudrexl, sehr geehrter Herr Kalicki, sehr geehrter Herr Sliwicki,

Sie alle haben sich in herausragender Weise um den Ruf der deutschen Wirtschaft in Polen und die Entwicklung der deutsch-polnischen Wirtschaftsbeziehungen verdient gemacht. Sie haben den Dialog zwischen unseren Völkern vertieft und die Vermittlung zwischen Politik und Wirtschaft in beiden Ländern gefördert. Ihr Engagement und die von Ihnen getragenen Initiativen Ihrer Unternehmen in Gesellschaft, Bildung und Kunst haben Deutsche und Polen einander näher gebracht.

Aus all diesen Gründen hat der Herr Bundespräsident Ihnen für Ihre Verdienste um die deutsch-polnischen Beziehungen das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Dazu möchte ich Ihnen herzlich gratulieren. Es ist mir eine große Freude und Ehre, Ihne die hohe Auszeichnung heute zu überreichen.

Gestatten Sie mir nunmehr, den Text der Verleihungsurkunden zu verlesen:

[Übergabe der Urkunden und Orden]


Warschau, den 22 Mai 2018



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