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„Marsch des gegenseitigen Respekts“ zur Erinnerung an den 9.11.1938

Marsch des gegenseitigen Respekts in Breslau

Marsch des gegenseitigen Respekts in Breslau, © Bartosz Janiczek

07.12.2017 - Artikel

Zum 79. Jahrestag der Erinnerung an die verbrecherische Pogromnacht der Nationalsozialisten gegen die jüdische Bevölkerung vom 9.11.1938 fand in Breslau zum 13. Mal der „Marsch des gegenseitigen Respekts“ statt. Er wurde von der Bente-Kahan-Stiftung organisiert und führte von der Synagoge zum Weißen Storch zum Denkmal der damals niedergebrannten Neuen Synagoge in der Łąkowa-Straße. Hunderte Breslauer beteiligten sich erneut an diesem Akt des Gedenkens.

Am Ausgangspunkt des Marsches erinnerten der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde Breslaus, Alexander Gleichgewicht und Stadtpräsident Rafal Dutkiewicz an die Verbrechen von 1938 und riefen dazu auf, das Gedenken als Impuls für den heutigen Widerstand gegen Rassismus, Antisemitismus und Intoleranz zu nutzen.

Generalkonsulin Ulrike Knotz betonte in ihrer Ansprache, dass „das Pogrom vom 9. November den Übergang von Diskriminierung und Entrechtung deutscher Juden zur systematischen Verfolgung und Ermordung der Juden Europas markierte .Das Pogrom war kein spontaner Ausbruch von Wut in der Bevölkerung, sondern von der Parteileitung der NSDAP sorgfältig organisiert und orchestriert. Die Tatsache jedoch, dass die Mehrheit der Bevölkerung dem Pogrom distanziert und schweigend zuschaute, bestärkte die NS-Machthaber bei ihren weiteren Plänen.“

Generalkonsulin Knotz knüpfte in ihrer Ansprache auch an die aktuelle Situation an: „Schon fast 80 Jahre fehlt die Neue Synagoge im Stadtbild - so wie die Familien der Ermordeten fehlen. Gegen diesen Phantomschmerz gibt es kein Heilmittel. Das Mindeste, was wir – auch für uns selbst -  tun können, ist: jedem rassistischen Gerede, jeder Diskriminierung und Entrechtung entgegentreten. Und zwar von Anfang an, lange bevor das Feuer gelegt wird.“ 

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