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Seminar der Pulaski Foundation

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Botschafter Nikel sprach anlässlich des Seminars der Pulaski Foundation.

Sehr geehrter Herr Präsident,

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

Dear colleague!

Ich begrüße Sie herzlich zum Empfang in meiner Residenz anlässlich der heutigen Veranstaltung der Pulaski Foundation.

Ich danke ThyssenKrupp Marine Systems herzlich für die großzügige Unterstützung für die Ausrichtung dieses Abends.

Sie haben sich getroffen, um Future of Submarines in the Polish Navy zu besprechen, ein hochaktuelles Thema, das vor dem Hintergrund der neuen äußeren Herausforderung hohe Bedeutung gewinnt.

Wir haben uns gemeinsame maritime Operationen in der Ostsee zum Ziel gesetzt. Dafür sind moderne U-Boot-Systeme notwendig. Eine enge deutsch-polnische Kooperation in diesem Bereich würde auch das geplante multinationale Baltic Maritime Component Command in Rostock stärken.

Deutschland und Norwegen haben eine strategische Kooperation ihrer U-Boot Streitkräfte vereinbart. Norwegen beschafft neue U-Boote und Deutschland ebenfalls. Gemeinsame Beschaffungen reduzieren Anschaffungs- und Betriebskosten signifikant. Synergieeffekte sind auch bei der gemeinsamen Ausbildung und Nutzung erreichbar. Daher ist es nur folgerichtig, dass wir uns weitere Partner für diese Kooperation wünschen.

Polen und die Niederlande sind hierfür besonders geeignete Kooperationspartner. Auch mit Italien arbeitet die deutsche U-Boot-Flotte schon lange eng zusammen. Wir möchten diese Kooperation weiter vertiefen.

Länderübergreifende Kooperationen schaffen Synergien. Sie stärken die Verteidigungsfähigkeit von NATO und EU. Und sie erfüllen den erklärten Willen europäischer Partner, militärisch enger zusammenzuarbeiten, mit konkretem Inhalt.

Unser Angebot ist nach wie vor gültig: Wir sind bereit, der polnischen Marine ein deutsches U-Boot der Klasse 212 A temporär zu überlassen. Das Angebot ist ausdrücklich nicht an dem Kauf eines deutschen U-Bootes gekoppelt. Es ist im deutschen Interesse, dass Polens U-Bootfähigkeit gestärkt wird.

Deutschland verfügt über eines der modernsten Ausbildungszentren für U-Bootmannschaften. Es ist vollkommen international ausgerichtet. Polnische Marinesoldaten sind dort und werden dort ständig geschult. Wir sind bereit, sie weiter zu vertiefen, auch und gerade im Bereich der Ausbildung. Die maritime Zusammenarbeit unserer Länder ist bereits jetzt intensiv. Daran kann angeknüpft werden.

Beide Verteidigungsminister haben bereits im Jahre 2013 ein Memorandum of Understanding zur Intensivierung der maritimen Zusammenarbeit unterzeichnet. Die beiden Inspekteure der Marine haben daraufhin ein weiteres Dokument, die sog. Common German-Polish Submarine Operating Authority unterzeichnet.

Dieses Dokument regelt konkret die Zusammenarbeit der polnischen und der deutschen Marine. In der Praxis ist diese Kooperation sehr intensiv und erfolgreich. Es trifft sich gut, dass beide Inspekteure der Marine U-Bootfahrer sind und sich daher gut kennen. Das Heer hat es mit der Zusammenarbeit bei den Kampfpanzern Leopard vorgemacht. Gleiche Waffensysteme würden die Möglichkeit der Zusammenarbeit vertiefen und verstärken. Außerdem würde ein wichtiger Beitrag zu Interoperabilität unserer Streitkräfte mit unseren Partnern in EU und NATO geleistet. Und schließlich wären auch finanzielle Vorteile zu verzeichnen, ein Faktor der nicht unter den Tisch fallen sollte.

Gestatten Sie mir mit Ihnen auf die bewährte deutsch-polnische Zusammenarbeit anzustoßen. Zum Wohle unserer beiden Seiten und zum Wohl von NATO und EU, dessen Existenz dieser Tage umso wichtiger ist. Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend und gute Gespräche.


Warschau, 09.März 2017

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