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Informations- und Präsentationsveranstaltung „Geschäftsanbahnung Musikinstrumente„

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Botschafter Nikel sprach zur Eröffnung der Präsentationsveranstaltung „Geschäftsanbahnung Musikinstrumente“ am 9. Mai in Warschau.

Grußwort von Botschafter Rolf Nikel zur Eröffnung der Informations- und Präsentationsveranstaltung „Geschäftsanbahnung Musikinstrumente“ am 9. Mai 2017, Frederyk Chopin Musikuniversität in Warschau.

„Was schert mich seine elende Fidel!!!“

…soll Ludwig van Beethoven dem Wiener Musiker Ignaz Schuppanzigh unwirsch an den Kopf geworfen haben, als der sich beschwerte, dass die Musik des Komponisten auf seinem Instrument so schwer zu spielen sei.

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich danke Ihnen für die Einladung zur heutigen Präsentationsveranstaltung des deutschen Musikinstrumentenbaus. Ich weiß natürlich, dass Sie sich - anders als Ludwig van Beethoven - sehr wohl um die Geige und die anderen Musikinstrumente „scheren“.

Musik verbindet Menschen auf vielfältige Weise. Sie ist ein Bindeglied zwischen Deutschen und Polen und bereichert unsere bilateralen Beziehungen. Hier möchte ich in besonderer Weise das Beethoven-Festival in Warschau hervorheben, mit dem auch in diesem Jahr die Leiterin des Festivals, Elżbieta Penderecka, Warschau begeisterte. Es zeigt hervorragend die enge Verbindung von Polen und Deutschland in der klassischen Musik. Ich bin dankbar dafür, dass dieses Festival der deutschen klassischen Musik eine so prominente Bühne bietet.

Die polnische Musik wird in Deutschland vor allem durch zeitgenössische Komponisten wie Krzysztof Penderecki und Witold Lutosławski repräsentiert und ist einem breiten Publikum vertraut. Es ist auch ein polnischer Dirigent, der Erste Gastdirigent des Elbphilharmonie Orchesters des Norddeutschen Rundfunks, Krzysztof Urbański, der die Orchesterlandschaft in Deutschland nachhaltig prägt. Im letzten Jahr gastierte das Elbphilharmonie Orchester unter seiner Leitung in Warschau und gab gemeinsam mit dem Bariton Thomas Hampson ein furioses Konzert. In diesem Rahmen wurde dem NDR Elbphilharmonie Orchester die besondere Ehre zuteil, von Staatspräsident Duda empfangen zu werden.

Der Bau von Musikinstrumenten hat in einigen Regionen Deutschlands eine lange Tradition. In Bayern, im Schwarzwald und im sächsischen Erzgebirge mit den Zentren Markneukirchen und Klingental ist er seit Jahrhunderten beheimatet. Die in traditioneller, von Generation zu Generation weitergegebener Technik gefertigten Instrumente zeichnen sich nicht nur durch hohe Perfektion aus, sondern verfügen wohl auch über so etwas wie eine „Seele“, die ihnen ihren einmaligen Wohlklang verleihen.

Ich freue mich deshalb sehr, dass einige Vertreter des deutschen Instrumentenbaus heute in Warschau ihr Können vor einem Fachpublikum aus Vertretern von Philharmonien, Orchestern und Importeuren von Musikinstrumenten sowie Berufsmusikern vorstellen können. Der Instrumentenbau steht hier stellvertretend für das deutsche Handwerk, das, ebenso wie das polnische, mit einer reichen Tradition aufwarten kann. Auch das Handwerk globalisiert sich zunehmend. Es ist an der Zeit, dass wir auch in diesem Bereich an die außerordentliche Entwicklung der deutsch-polnischen Wirtschaftsbeziehungen anknüpfen. Hier gibt es auf beiden Seiten noch viel Potential zu heben. Die heutige Veranstaltung bietet eine willkommene Gelegenheit, bestehende Kontakte weiter auszubauen und neue Verbindungen zu knüpfen, zum Besten für die Musik und ihre Liebhaber.

Ich möchte Ihnen, Herr Rektor, dafür danken, dass Sie die Räumlichkeiten der Frederik Chopin Musikuniversität als einen würdigen Rahmen für diese Präsentation zur Verfügung stellen. Mein Dank geht natürlich auch an die AHK Warschau für diese Initiative zu dieser Veranstaltung.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Warschau, 9. Mai 2017

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