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Zusammentreffen von Vizepremier Mateusz Morawiecki mit deutschen Unternehmen

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Grußwort von Botschafter Nikel aus Anlass des Zusammentreffens von Vizepremier Mateusz Morawiecki mit deutschen Unternehmen am 15. Mai in Warschau.

Grußwort von Botschafter Rolf Nikel aus Anlass des Zusammentreffens von Vizepremier Mateusz Morawiecki mit deutschen Unternehmen am 15. Mai 2017 in Warschau.

Sehr geehrter Herr Premierminister,

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich möchte Ihnen, Herr Premierminister, im Namen aller Anwesenden, für Ihre Bereitschaft danken, sich erneut mit den deutschen Unternehmen in Polen zu einem offenen Austausch zu treffen. Es schließt sich an an ein ähnliches Treffen, das Sie zusammen mit Frau Bundesministerin Zypries anlässlich der Hannover Messe mit deutschen und polnischen Unternehmen hatten.

Die deutsch-polnischen Wirtschaftsbeziehungen sind sehr eng, in einigen Branchen wie der Automobilindustrie fast symbiotisch. Dies hat über die Jahre großes Vertrauen zwischen Partnern auf beiden Seiten der Oder geschaffen. Unsere Wirtschaftsbeziehungen beruhen auf Gegenseitigkeit. Unser bilateraler Handel hat im letzten Jahr erstmals die Grenze von 100 Mrd. Euro überschritten – nach polnischen Statistiken mit einem positiven Saldo für Polen. Deutschen Investitionen in Polen stehen wachsende Anlagen polnischer Unternehmen in Deutschland gegenüber.

Polens Wirtschaft hat sich in den vergangenen Jahren rasant entwickelt. Sie ist mittlerweile die sechstgrößte Wirtschaftsnation innerhalb der Europäischen Union. In den letzten 25 Jahren ist das Bruttoinlandsprodukt Polens um mehr als das Vierfache gestiegen, der Export hat sich im selben Zeitraum verzehnfacht. 85 Prozent des Bruttoinlandsprodukts werden heute durch die private Wirtschaft erbracht. Dies ist das Verdienst polnischer Unternehmer und Unternehmerinnen, die die Chance des freien Markts ergriffen haben, eigenständig oder zusammen mit Partnern aus dem Ausland. Die Öffnung der Märkte im Zuge des EU-Beitritts und die Strukturfonds haben dieses Wachstum maßgeblich mit vorangetrieben.

Die kürzliche Umfrage der internationalen Außenhandelskammern hat erneut die Spitzenstellung Polens als Investitionsstandort in Mittel- und Osteuropa unterstrichen. Polens EU-Mitgliedschaft, seine hervorragenden Facharbeiter und Zulieferer, die stetig bessere Infrastruktur waren und sind wichtige Argumente für eine Entscheidung, hier zu investieren und sich langfristig zu engagieren.

Die Umfrage hat auch Bereiche angezeigt, in denen in Polen noch Potential zu heben ist. Ich möchte an dieser Stelle vor allem den von den Unternehmen mit Sorge gesehenen zunehmenden Mangel an Fachkräften nennen. Ein Problem im Übrigen, das auch in Deutschland nicht völlig unbekannt ist. Hier bietet sich eine verstärkte Zusammenarbeit an, um die Fachkräfte der digitalen Zukunft heranzubilden.

Vor wenigen Wochen war Polen Gastland der Hannover Messe. Ich freue mich, dass es Polen gelungen ist, sein Potential in den Branchen der Zukunft zu demonstrieren. Die Präsentation der Start-Ups wie auch der Pavillon zur Elektromobilität sind auf großes Interesse gestoßen. Neue Vereinbarungen zur Zusammenarbeit konnten getroffen werden. So haben z.B. Frau Bundesministerin Wanka und Herr Vizepremier Gowin eine Absichtserklärung zur Kooperation in der Digitalisierung der Wirtschaft und in der Energiewende sowie zum Aufbau von Exzellenzzentren unterzeichnet.

Mit dem Plan für verantwortungsvolle Entwicklung haben Sie, Herr Premierminister, im vergangenen Jahr den Impuls für eine Neuausrichtung der polnischen Wirtschaft gesetzt. Innovation, intelligente Reindustrialisierung, die Mobilisierung von Investitionen und die Entwicklung aller Regionen in Polenstehen dabei im Mittelpunkt. Die im Herbst angekündigte Wirtschaftsverfassung (konstytucja biznesu) soll die Chancen für Wachstum und Innovation für die in Polen ansässigen Unternehmen und das Umfeld für Neugründungen wirksam verbessern. Mit Zufriedenheit haben wir hier auch die jüngste Entscheidung der Agentur Moody’s zur Kenntnis genommen. Ich denke, dass die deutschen Unternehmen hier weiterhin einen wichtigen Beitrag leisten können. Ich sehe Ihren Ausführungen und der anschließenden Diskussion mit großem Interesse entgegen. Ich wünsche allen Teilnehmern eine erfolgreiche Konferenz.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

Warschau, 15. Mai 2017

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