Willkommen auf den Seiten des Auswärtigen Amts

Grußwort zum 30. Jahrestag des Mauerfalls

08.11.2019 - Rede

Sehr geehrte Damen und Herren,

am 9. November 1989, morgen vor 30 Jahren, fiel die Berliner Mauer. Ich heiße Sie alle herzlich willkommen in unserer Botschaft hier in Warschau, Mit dem  Mauerfall feiern wir den Fall des sichtbarsten Zeichens der Teilung Deutschlands und Europas. Jeder von Ihnen, der den 9. November 1989 miterleben durfte, hat seine ganz persönlichen Erinnerungen an diesen historischen Moment. Für viele Deutsche war es der schönste Tag ihres Lebens: Der Tag, an dem sie ihr Land und ihre Freiheit wiedererlangten.

Der Mauerfall war nicht nur der Anfang vom Ende der deutsch-deutschen Teilung. Mit der Mauer fiel auch der Eiserne Vorhang, der unseren Kontinent 40 Jahre lang zerrissen hatte. Wir erinnern uns an die mutigen Menschen im Osten unseres Landes, die sich – inspiriert durch die Solidarność in Polen – ihre Freiheit erkämpft und den Weg zur Demokratie geebnet haben.

Das Gelingen dieser Friedlichen Revolution war und ist ein großes Glück für unser Land. Unsere Dankbarkeit gilt unseren mutigen Nachbarn, alles voran Polen. Ohne ihre Unterstützung wäre auch die Wiedervereinigung nicht möglich gewesen.

Freiheit und Demokratie in einem vereinten Europa wurden damals erkämpft. Sie sind für uns bis heute von unschätzbarem Wert. Nur gemeinsam können wir uns den vielen Herausforderungen der heutigen Welt stellen. Daher gilt es heute, diese Werte zu verteidigen. Die Ereignisse von 1989 haben uns Europäerinnen und Europäern gezeigt, wozu wir imstande sind, wenn wir über nationale Grenzen hinweg denken und handeln. Das macht Mut!

Heute feiern wir den Mauerfall auf besondere Weise: Sie haben gerade schon den ersten Teil einer Modenschau gesehen, inspiriert von der Mode der späten 80er. Drei talentierte Modeschöpfer aus Polen, der ehem. DDR und der Bundesrepublik zeigen ihre Interpretationen und Kreationen. Ich heiße die Designer Klaudia Markiewicz, Marion Roscher und Seyit Ares herzlich willkommen. Mein Dank gilt auch Kasia Stefanow, ohne deren Engagement die Botschaft und die Mode heute nicht zusammengekommen wären. Auch Ihnen Frau Malinowski herzlichen Dank für Ihr besonderes Engagement.

Andrzej Kaniewski, Warschauer Journalist und, ich denke das kann ich so sagen, ein Freund der Botschaft und Deutschlands, zeigt seine authentischen Fotografien, die er bei seinen vielen Berlinbesuchen rund um die Mauer aufgenommen hat. Er wird später noch etwas zur Geschichte der Bilder sagen.

Im Anschluss, gegen 20 Uhr, zeigen wir den Film „Gundermann“ von Andreas Dresen. Er erzählt die Geschichte der DDR aus Sicht des Liedermachers Gerhard Gundermann.

Nun wünsche ich Ihnen allen einen schönen Abend, an dem viele sicher in Erinnerungen schwelgen werden. Und einen Abend, der uns daran erinnert, welch eindrucksvollen Weg unsere Länder seit 1989 zurückgelegt haben.

nach oben