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Empfang aus Anlass der Mittelplanungsgespräche mit der DMi

16.10.2019 - Rede

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich, auch in diesem Jahr wieder so viele von Ihnen hier in der Deutschen Botschaft im Rahmen der Planungsgespräche für Projekte der deutschen Minderheit begrüßen zu können. Ich bin voller Zuversicht, dass wir gemeinsam ein weiteres Jahr guter Zusammenarbeit einleiten können.

Zugleich möchte ich Ihnen für Ihre Arbeit und Mühe und für Ihr häufig ehrenamtliches Engagement herzlich danken. Heute mehr denn je nimmt die deutsche Minderheit in Polen eine einzigartige Stellung in den deutsch-polnischen Beziehungen ein. Als Teil zweier Kulturen und zweier Gesellschaften ist sie eine wichtige Vermittlerin zwischen unseren Ländern. Sie stzen sich mit ganzer Kraft weiter dafür ein, dass die Stimme der deutschen Minderheit auch in Zeiten mit verstärkten nationalistischen Tendenzen  gehört wird.

Die Geschichte der deutsch-polnischen Beziehungen ist geprägt von einschneidenden Ereignissen positiver und negativer Natur. Am 1. September wurde in unseren Ländern des Beginns des Zweiten Weltkriegs gedacht. Bundespräsident Steinmeier bekannte sich während seines Besuchs anlässlich der Gedenkfeier in Warschau zur bleibenden deutschen Verantwortung.

Wir denken in diesen Wochen aber auch an positiv besetzte Ereignisse zurück, die Polen und Deutsche verbinden. Vor 30 Jahren machte es Polen möglich, dass tausende DDR-Bürger in die Bundesrepublik ausreisen konnten. Polen hat auch durch diese Unterstützung für die Zufluchtsuchenden einen wichtigen Beitrag zur Einheit Deutschlands und ganz Europas geleistet.

In wenigen Wochen werden wir den 30. Jahrestag der berühmten Versöhnungsmesse von Kreisau begehen. Einige von Ihnen werden sich sicherlich noch daran erinnern, als der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl und der neuernannte POL Ministerpräsident Tadeusz Mazowiecki den Friedensgruß in der von Alfons Nossol gehaltenen Messe austauschten. Diese Zeremonie gehört noch heute zu den bewegendsten Momenten der jüngeren deutschen Geschichte. Sie ist eine Sternstunde der deutsch-polnischen Aussöhnung. Ich freue mich darauf aus diesem Anlass nach Kreisau zu kommen un diesesen Jahrestag mit Ihnen zu begehen.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

Einen Schwerpunkt der morgigen Planungssitzung werden Jugend- und Sprachprojekte bilden. Dies sind wichtige und in die Zukunft gerichtete Themen. Denn die Förderung der Jugend und der deutschen Muttersprache tragen zum Fortbestehen von deutscher Kultur und Deutsch als Minderheitensprache bei. Auch deshalb war es eine große Freude und Ehre für mich, die Schirmherrschaft für das Projekt „JugendFestivalMłodych“, das die deutsche Minderheit am 5. Oktober in Oppeln ausgerichtet hat, zu übernehmen.

Diese Veranstaltung war nur ein Beispiel für Ihr unermüdliches Engagement für die Erhaltung der deutschen Sprache und der deutschen Kultur in Polen. Die Miro Fußballschulen sind eine anderes kreatives Beispiel...

Sie sind Zeugen und Verwalter einer Jahrhunderte alten gemeinsamen Geschichte. Dass es auch in Zukunft Menschen geben wird, die diese wichtige Aufgabe übernehmen können, dafür setzen Sie sich ein und auch dafür sind wir heute hier versammelt.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

Wir blicken heute auf ereignisreiche Monate zurück.. Die Ergebnisse der  Parlamentswahlen vom vergangenen Wochenende haben einen bemerkenswerten Kampfgeist der deutschen Minderheit gezeigt. In einem schwierigen politischen Umfeld haben sich die Kandidaten der Minderheit nicht nur behaupten können, sie haben ihr Ergebnis sogar verbessern können. Und Sie, Herr Abgeordneter Galla, haben erneut den Einzug in den Sejm geschafft. Herzlichen Glückwunsch dazu von uns allen.

Angesichts des Resultates der Parlamentswahlen werden die politischen Rahmenbedingungen für die Arbeit der deutschen Minderheit sicher nicht einfacher werden. Die Wahlkampagne hat bereits einen Vorgeschmack darauf geliefert. Auch der  Runde Tisch war für viele von uns alles andere als  befriedigend.

Mir liegt daran, dass Sie heute Abend die Gewissheit mitnehmen, dass meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ich selbst sowie  die anderen deutschen Vertretungen in Polen fest an ihrer Seite stehen. Wir werden sie nicht im Stich lassen und ihre Anliegen nach Kräften ggü. den zuständigen polnischen Stellen vertreten, auch unter schwierigeren Rahmenbedingungen.

Ihr Schicksal liegt uns am Herzen. Als Brücke zu Deutschland verdient Ihr Engagement vor Ort und für die deutsch-polnische Zusammenarbeit höchste Anerkennung.

Lassen Sie uns immer im engen Kontakt bleiben und schauen, wie wir Ihre Petita am besten voranbringen können.

In diesem Sine wünsche ich uns allen einen schönen Abend hier in meiner Residenz. Ich hoffe auf viele gute Gespräche in gemütlichem Rahmen.

Haben Sie herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

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