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Jahreskonferenz der Deutsch-Tschechischen und Deutsch-Slowakischen Historikerkommissionen

12.10.2018 - Rede

Sehr geehrte Mitglieder der Deutsch-Tschechischen und der Deutsch-Slowakischen Historikerkommission,

ich freue mich über die Gelegenheit, Sie aus Anlass Ihrer Jahreskonferenz heute Abend hier zu empfangen.

Ich bedaure sehr, bei der Podiumsdiskussion heute Nachmittag im DHI nicht dabei gewesen zu sein. Aber wir haben zurzeit in der Residenz Hochkonjunktur und heute Nachmittag waren hier Vertreter der deutschen Minderheit in Polen zu Gast.

Lassen Sie mich nur kurz einen Gedanken zu Ihren Überlegungen beitragen: Sie haben sicherlich auch gelesen, dass die komplexe, politische Lage in Deutschland derzeit immer wieder mit den Anfängen der Weimarer Republik verglichen wird.

Der ehemalige Verfassungsrichter Udo di Fabio hat gleich an ganzes Buch zu diesem Thema verfasst. Doch ich meine: Übertreibung war noch nie ein guter Ratgeber:

Für die Erosion und das Scheitern von Demokratie, Rechtsstaat und Zivilisation gab es damals eine Vielzahl komplexer Gründe, die aufzuzählen zu weit führen würde.

Bei den Feierlichkeiten aus Anlass der deutschen Wiedervereinigung hat Bundestagspräsident Schäuble in diesem Zusammenhang zu mehr Gelassenheit aufgerufen.

Er meinte damit, dass wir nicht in Panik verfallen dürfen, wenn Gruppierungen in Deutschland daran arbeiten, das Vertrauen in Politik und Medien zu untergraben.

Gefragt ist vielmehr zivilgesellschaftliches Engagement für unsere Werte und für unsere politische Kultur. Und das gilt nicht nur für die Entwicklung in Deutschland – ich meine, das gilt für viele europäische Staaten derzeit!

Sie blicken morgen auf Ihrer Jahreskonferenz auf verschiedene Aspekte in Ihren jeweiligen Staaten in den vergangenen einhundert Jahren.

Die Geschichte lehrt uns - und das ist auch das, was wir mit unseren Partnern in Europa immer wieder herausstreichen müssen - : Unsere Demokratie können wir nur schützen, wenn sie in den Köpfen und Herzen der Menschen verwurzelt ist. Der Wissenschaft kommt hierbei eine herausragend wichtige Rolle zu, in dem sie Standpunkte analysiert und so Dialoge fördert.

In diesem Sinne freuen uns heute Abend auf einen regen Austausch mit Ihnen!

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