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Planungsgespräche für Projekte der deutschen Minderheit in Polen und Eröffnung der Ausstellung „In zwei Welten – 25 Geschichten“

10.10.2018 - Rede

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich freue mich, so viele von Ihnen anlässlich der diesjährigen Planungsgespräche für Projekte der deutschen Minderheit in Polen in der deutschen Botschaft begrüßen zu können.

Mein Empfang am Vorabend der Gespräche ist schon Tradition.

Der heutige Abend bietet zusätzlich etwas Besonderes. Heute wird hier die Ausstellung „In zwei Welten – 25 Geschichten“ eröffnet. Sie zeigt Siedlungsgeschichte und Gegenwart der deutschen Minderheit in verschiedenen europäischen und asiatischen Staaten.

Die Ausstellung ist bereits anlässlich des Kulturfestivals der deutschen Minderheit in Breslau, in Oppeln und in Berlin mit großem Erfolg gezeigt worden. Heute haben wir die Chance, die Ausstellung zu besichtigen.

Die bilaterale deutsch-polnische Zusammenarbeit braucht gegenseitiges Verständnis und Vertrauen. Hierzu leistet diese Präsentation einen wichtigen Beitrag.

Denn: sie vermittelt ein breites Bild der deutschen Minderheiten in Europa und den Nachfolgestaaten der Sowjetunion. Damit kann der Betrachter sich mit der „Welt“ der deutschen Minderheiten vertraut machen und ihre besondere Lebenssituation kennen lernen.

Die Organisatoren der Ausstellung, die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten in der Föderation Europäischer Nationalitäten, zeigen die deutschen Minderheiten und Volksgruppen in Europa und Asien in ihrer Vielfältigkeit und in ihren Gemeinsamkeiten.

Dabei wird deutlich, wie unterschiedlich die Siedlungsgeschichten, die Aktivitäten der Minderheitenverbände und die aktuellen Vorhaben sind.

Ich danke den Initiatoren, dem Vorsitzenden der VdG und dem Sprecher der AG Deutscher Minderheit, Hernn Bernhard Gaida, und dem früheren Beauftragten der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk, sowie den zahlreichen Organisatoren für Ihr Engagement und gratuliere herzlich zu der gelungenen Präsentation.

Einmal mehr wird in dieser Ausstellung deutlich, welche wichtige Aufgabe die deutsche Minderheit in Polen erfüllt.

Sie kann durch ihre geografische Verbundenheit mit Polen und durch ihre kulturelle Verbundenheit mit Deutschland eine Mittlerrolle zwischen unseren beiden Staaten, aber auch zwischen verschiedenen Regionen im „geeinten Europa“  einnehmen. Diese Aufgabe wird in der Gegenwart umso wichtiger, je stärker Kräfte werden, die dem geeinten Europa entgegenwirken. Durch ihre Verbundenheit mit der deutschen Kultur ist die deutsche Minderheit eine Brücke zwischen Deutschland und Polen in einem geeinten Europa.

Damit verbinden sie Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Kultur beider Staaten.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

seit den letzten Planungsgesprächen mit der deutschen Minderheit und den Mittlerorganisationen haben sich die Rahmenbedingungen für die deutschen Minderheiten  verändert.  Nationalistische Tendenzen haben sich verstärkt und können sich auf den Alltag der nationalen Minderheiten auswirken.

Diesen Veränderungen gilt es in der künftigen Ausrichtung der Projekte in Polen Rechnung zu tragen. Die morgigen Gespräche eröffnen die Möglichkeit, genau diese veränderten Rahmenbedingungen zu reflektieren. Sie bieten die Chance sich nochmals zu vergegenwärtigen, was gelungen ist und wo wir noch besser werden können. Sie geben vor allem Raum, neue Akzente zu setzen und Perspektiven aufzuzeigen.

Meine sehr geehrten Damen und Herren,

ich danke den Angehörigen der deutschen Minderheit und ihren Repräsentanten für ihr großes Engagement.

Sie bringen sich mit großer Kraft und viel Herzblut ein. Das spürt man auf Schritt und Tritt. Ihre Einsatzfreude bleibt auch künftig eine zentrale Voraussetzung für den Erfolg Ihrer Arbeit

Ich danke allen anderen, die sich tagtäglich für die deutsch-polnischen Beziehungen einsetzen.

Die Botschaft, die Generalkonsulate und das Konsulat Oppeln werden der Deutschen Minderheit auch weiterhin ein verlässlicher Partner auf dem Weg in eine gute Zukunft sein.

Ich lade Sie nun herzlich zum Rundgang durch die Ausstellung
„In zwei Welten“ ein. Anschließend wird ein Empfang in der Residenz stattfinden, zu dem ich Sie ebenso herzlich einlade.

Die Ausstellung ist eröffnet!

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