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Präsentation von Band 2 des deutsch-polnischen Geschichtsbuchs in Kreisau

20.11.2017 - Rede

Botschafter Nikel sprach anlässlich der Präsentation von Band 2 des deutsch-polnischen Geschichtsbuchs in Kreisau.

Sehr geehrte Damen und Herren, Szanowni Państwo,
und natürlich: liebe Jugendliche – Droga Młodzieży,

moje przedmówczynie w doskonały sposób podkreśliły wagę wydarzenia, które zgromadziło nas tu dzisiaj. Chciałbym jak najbardziej dołączyć się do słów podziękowania.

Dzień prezentacji drugiego tomu wspólnego polsko-niemieckiego podręcznika do historii dla szkół jest dla mnie, jako Ambasadora w Polsce, ważnym dniem. Cieszę się więc, że mogę być tu dziś z Państwem. Dziękuję serdecznie za zaproszenie.

 

Der Weg des deutsch-polnischen Geschichtsbuchs ist mittlerweile selbst ein Teil unserer Geschichte. Er begann bereits 1972 mit der Gründung der gemeinsamen deutsch-polnischen Schulbuchkommission. Diese war ein früher Versuch Deutschlands und Polens, nationale Sichtweisen auf die Geschichte zu überwinden, sowohl konfliktbeladene als auch verbindende Elemente der Geschichte zum Thema zu machen und zu einer gemeinsamen Darstellung zu kommen.

2006 griffen der damalige Außenminister und heutige Bundespräsident Steinmeier und sein polnischer Amtskollege Sikorski diese Idee auf. Sie gaben den Startschuss für die Entwicklung des deutsch-polnischen Geschichtsbuchs. Und im Sommer 2016 konnten dann Frank-Walter Steinmeier, damals noch als Außenminister, und AM Waszczykowski endlich den ersten Band des Werks vor einer Berliner Schulklasse präsentieren.

Man sieht: In der Politik braucht man Geduld und einen langen Atem.

Früher galt das übrigens auch für den Geschichtsunterricht. Auch wenn es schon einige Zeit her ist, erinnere mich noch ganz gut an meine eigene Schulzeit und an manch langweilige Geschichtsstunde. In den damals gebrauchten Geschichtsbüchern fand ich wenig, was mich hätte fesseln können. Wie hätte ich mir damals ein Lehrbuch gewünscht, das auch nur ein klein wenig dem deutsch-polnischen Schulbuch ähnlich gewesen wäre.

Auf der Reise nach Kreisau hatte ich Gelegenheit, es mir anzusehen. Der Zeitstrahl ist zwar heute wie damals im Einsatz, aber er ist kurz und mit Piktogrammen viel anschaulicher geworden. Das ganze Buch ist bunt, voller Bilder und Karten und Originalzitaten aus historischen Quellen. Es lädt zum Blättern förmlich ein.

Ich wäre gespannt zu hören, wie Ihr, liebe Jugendliche, das Buch bewertet. Ob all das, was mir revolutionär erscheint, für Euch bereits alltäglich ist. Ich hoffe, dass Ihr im anschließenden Gespräch Euren ersten Eindruck von diesem neuen Geschichtsbuch schildert.

In einer Hinsicht zumindest ist das deutsch-polnische Schulbuch aber auf jeden Fall revolutionär. Da bin ich mir sicher. Es speist sich nämlich aus der Erkenntnis, dass es unterschiedliche Sichtweisen gibt. Eine Sichtweise ist nicht notwendigerweise akkurater als die andere. Geschichte entsteht aus tausenden und abertausenden Geschichten. Jede für sich ist eine kleine, manchmal bedeutsame Facette des Gesamtbilds.

Damit will ich nicht sagen, dass Geschichte beliebig wäre, oder dass alternative Fakten einen Platz in seriöser Geschichtsschreibung hätten. Nach wie vor bleiben Ereignisse und Daten, die unumstritten und unumstößlich sind.

Aber bei der Bewertung derselben, bei den Fragen nach dem warum und wozu, da scheiden sich oft die Geister. Hier kommt es auf den jeweiligen Blickwinkel an.

Indem wir die deutsche und die polnische Perspektive gleichberechtigt nebeneinander stellen, lernen wir einander besser verstehen. Zu unserer jeweils eigenen Sichtweise gewinnen wir eine neue Dimension hinzu.

Geschichte formt unseren Blick auf die Gegenwart. Zuweilen ist sie eine positive Quelle der Inspiration. Im deutsch-polnischen Verhältnis war sie oft auch sehr belastend, wenn nicht sogar tragisch. Ein gemeinsamer Blick kann daher helfen, historische Hypotheken, Vorurteile und Fehlperzeptionen abzubauen.

Z tej perspektywy polsko-niemiecki podręcznik do historii przyczynia się do umacniania porozumienia między przyjaciółmi i sąsiadami. Skorzysta na tym zwłaszcza młode pokolenie, powołane teraz do tworzenia kolejnego rozdziału pojednania niemiecko-polskiego.

Życzę wszystkim Państwu powodzenia w nauce z nowego podręcznika. A jeśli korzystanie z tej książki będzie też od czasu do czasu sprawiać przyjemność, to autorzy, którzy włożyli wiele trudu w opracowanie koncepcji dydaktycznej tego podręcznika, na pewno się ucieszą.

Dziȩkujȩ za uwagȩ. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.

Kreisau, 20.11.2017

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